Ahimsa, Parinama und Upeksa in unruhigen Zeiten

Wir sind alle am gleichen Strand

Die Zeiten sind gefühlt unruhig….viele von uns (mich eingeschlossen) haben das in dieser Form noch nie erlebt. Das Gefühl der latenten Bedrohung auf vielen Ebenen. Es lohnt sich einen klaren Blick auf das Jetzt zu werfen. 

Was haben wir wirklich verloren, was ist wirklich bedroht? Nichts….es sind nur ein paar Täuschungen aufgedeckt worden. Unserer Welt geht es nicht gut ja, aber das ist kein Produkt der letzten Wahl in den USA, das ist auch hierzulande kein Ergebnis der jüngsten Geschehnisse. Es ist eine Konsequenz aus der Täuschung, dass es uns zusteht, das alles gut bleibt oder sogar immer besser wird und das ganz ohne Folgen. 

Parinama, der Wandel war schon immer da und wird immer da sein. Wie wir ihn negativ beeinflussen können, zeigen viele Manifestationen. Das heisst viele der nicht gewünschten Symptome sind hausgemacht, sprich von Menschen gemacht. Und die anderen Auffäligkeiten sind Teile des Wandels, die wir zwar nicht ändern können, mit denen wir aber umgehen lernen können. Wir haben immer die Wahl ( hier in einem wohlhabenden Land gefühlt noch mehr als an anderen Orten auf der Erde): Wollen wir lamentieren, wollen wir uns sperren (aber insgeheim so weiter machen wie bisher) oder uns den Herausforderungen stellen, mit Ihnen umgehen?

Yoga findet auch im Außen statt, es ist keine Alternative sich zurückzuziehen in das eigene innere Heiligtum und die Welt drumherum zu ignorieren. Welche Qualitäten sind heute mehr denn je gefordert?

Ahimsa, nicht nur im Sinne von Gewaltfreiheit sondern auch zukünftiges Leid vermeiden ist in diesem Zusammenhand eine wichtige Qualität. Jeder von uns hat immer die Wahl: Als Konsument, was kaufe, was kaufe ich nicht (auch wenn das natürlich Verzicht bedeutet). Als Teil einer Gruppe kann ich andere animieren, ihre Entscheidungen auch zu überdenken. Als Eltern kann ich meinen Kindern Werte vermitteln. Im Berufsleben stehend kann ich überlegen und tätig werden, was lässt sich verbessern, was lässt sich einschränken, was mindert Leid? Als Wähler, als Politiker in eigener Sache kann ich agieren, kann ich Werte von Gruppierungen, Parteien, Interessensverbänden unterstützen oder auch nicht.

Upeksa, Abstand halten und Gelassenheit. Ein Bhavana was häufig verwechselt wird mit lethargischem “Das interessiert mich als Yogi nicht, da stehe ich drüber”. Das Gegenteil ist der Fall! Wenn ich von etwas Abstand gewinnen will, heißt das auch es genau zu betrachten. Sehen und erkennen, wo liegt meine Verantwortung. 

Und so wie die Steine auf dem Foto alle an einem Strand liegen, leben wir alle auf dieser Erde. Sicherlich gibt es Dinge, die näher und damit für einen selbst größer sind als Andere. Aber es gibt Dinge von globaler Bedeutung, die alle betreffen, alle schädigen (können). Und hier ist jeder gefordert. Upeksa heißt hier nicht, ist weit weg, ich übe lieber in Ruhe Yoga. Upeksa ist hier engagiertes Tun. 

Wenn Du etwas bemerkst, egal ob ein amerikanischer Präsident Ungeheuerlichkeiten anordnet oder  in deiner direkten Nachbarschaft etwas geschieht, das Du nur schwer ertragen kannst: Verurteile nicht den Täter im stillen Kämmerlein und verharre sondern engagiere dich. Mit anderen, alleine, mit Parteien, online, offline. 

Tu etwas, damit unsere Enkel nicht zurecht fragen: Warum habt ihr eigentlich damals nichts getan?  Damals in diesen unruhigen Zeiten, die für uns heute sind.