Yoga und Trauer – Wie geht es weiter

Im ersten Teil habe ich Trauer aus Sicht des Yoga beleuchtet, als das was es uns erscheint, identifiziert. Als dukha, Leiden und Enge.

In diesem Beitrag gehe ich auf die Bewältigungsmöglichkeiten von Leid ein. Im YogaSutra findet sich die tröstliche Einsicht, das es einen Weg aus dem Leid gibt. Wer es nachlesen möchte Patanjalis YogaSutra Teil 2 Sutra 4. ( Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang die Ausgabe des YogaSutra von R. Sriram, gut verständlich kommentiert und doch die Tiefe Weisheit dieses Textes reflektierend)…

Erkenntnis und Wissen ist der Weg aus dem Leid. In diesem Sinne ist die Erkenntnis, was Trauer ist, schon der erste Schritt zur Selbstermächtigung das Leid zu überwinden. Das Leiden berührt uns aufgrund der Unklarheit des Geistes, tiefsitzende Neigungen trüben unseren Geist. Diese sogenannten Klesas sind Teil unseres Seins, wenn wir Ihnen aber gestatten, das Kommando über Denken, Fühlen und Handeln zu erlangen, lassen wir sie unsere Weltsicht wie durch einen Schleier bis zur Unkenntlichkeit verändern.

Genau das passiert in der Trauer, ein Ereignis wird durch unsere Bewertung erst zu Leid. Ein Klesa abhinivesa, die Angst (u.a. Die Todesangst) macht uns auf einmal unsere eigene Sterblichkeit bewusst. Ein anderes Klesa avidya sucht uns heim, haben wir doch etwas Beständiges mit etwas Unbeständigem verwechselt. Kein Leben dauert ewig, auch das von geliebten Menschen nicht.

Das bedeutet, das nur über eine Beruhigung und Klärung des Geistes Trauer überwunden werden kann…In diesem Zusammenhang ist der Ausspruch:  Zeit heilt alle Wunden hilfreich. Denn zeitlicher Abstand beruhigt den Geist. Wenn ich aber aktiv (auch im Sinne einer besseren Vorbereitung auf vergleichbare Situationen in der Zukunft ) daran mitwirken will, das mich Leid, in diesem Fall Trauer nicht mehr so stark berühren kann, ist eine aktive Übung in Richtung eines klareren Geistes notwendig.

Wie dieser Übungsweg aussehen kann, werde ich im nächsten Beitrag beschreiben.

Bis dahin eine gute Zeit

Frank